R @ d i o G e s c h i c h t e















Entwicklungsgeschichte Radio


Zeittafel

· 1873 Maxwellsche Gleichungen - die theoretischen Grundlagen
· 1886 Heinrich Hertz weist Radiowellen experimentell nach
· 1891 Pichler Werke in Weiz eröffnen das 1. Österr. Elektrizitätswerk
· 1893 Tesla berichtet von einem Grundprinzip Nachrichtenübertragung
· 1898 Ferdinand Braun - geschlossener Sender - Schwingkreis
· 1899 Braun entdeckt den Kristalldetektor
· 1901 funkt Marconi ein paar Morsebuchstaben über den Atlantik
· 1904 am 15.Juni , Otto Nußbaumer überträgt "Dachsteinlied" in Graz
· 1906 erste Rundfunkübertragung mit Musik von Fessenden über 320 km
· 1906, 1907 wird von Lieben und Forest die "RÖHRE" patentiert
· 1909 Nobelpreis für Braun und Marconi
· 1914 Meissner stellt sein Überlagerungsprinzip vor
· 1918 Armstrong baut einen Superhet - Empfänger
· 1924 Funkausstellung Berlin - erste Röhrenempfänger werden ausgestellt
· 1924 Erste offizielle Rundfunksendung in Österreich (RAVAG - 1.10.1924)
· 1926 Der Österrreichische Versuchssenderverband (ÖVSV) wird gegründet
· 1925 (30.März) Am Grazer Schlossberg wird der 500W Sender eingeschaltet
· 1926 M.v. Ardenne 3NF-Verbundröhre - gilt als erste integrierte Schaltung
· 1930 bessere Wiedergabequalität durch den "dynamischen Lautsprecher"
· 1941 Der 100kW - MW-Sender "DOBL" wird eröffnet
· 1949 UKW- Rundfunk wird in Deutschland eingeführt (ca. 1953 in Graz)
· 1947 wird von Shockley ein "TRANSISTOR" vorgestellt
· 1953 sendet der erste UKW-Sender am Schöckel
· 1953 Landesberufsschule Eibiswald - erste Landesberufsschule Steiermarks
· 1955 (ab 1.August) Fernsehen startet mit Versuchssendungen
· 1962 erster Nachrichtensatellit "Telstar"
· 1963 erstes Konzert in "STEREO"
· 1969 (ab 1.Jänner) erste Farbfernseh-Versuchssendungen in Österreich
· 1971 Intelsat hat ersten Satelliten mit 500 Watt
· 1972 erste Versuche mit kodierten Verkehrsfunk
· 1979 Blue Danube Radio (das 4.Programm)
· 1981 (September) neues ORF Landesstudio Steiermark in St.Peter wird eröffnet
· 1984 (1.März) Der MW-Sender DOBL wird abgeschaltet
· 1988 am 3.9.88 wird in Österreich das "RDS-System" eingeführt
· 1990 DSR Digitaler Satelliten Rundfunk ( über Satellit Astra )
· 1995 (ab 1.September) 1. Privates Radio in Österreich "Antenne Steiermark"
· 1995 DAB Pilotprojekte in Deutschland (Digitales Radio)







Mai 1844 eröffnet Morse die erste Telegrafenverbindung

Die Telegrafenleitungen als Vorläufer des kabellosen Netzes orientierten sich an vorhandenen Straßen und Schienenwegen und ermöglichten parallel zu den, auf diesen Wegen laufenden konventionellen Transportprozessen den Informationstransport in "Echtzeit". Um 1850 wird der Telegraph vor allemvon Eisenbahngesellschaften, Militär, anderen staatlichen Organen und zur Übertragung von Daten für Börse, Banken und Presse benutzt. Die Presse erlebt durch die Verbreitung und Vermarktung der telegrafierten Informationen einen unglaublichen Boom. "Nachrichtenagenturen" entstehen, wie AP 1848 in New York, Wolff´s Telegrafenbüro 1849 in Berlin und Reuters 1851 in London. Der Rundfunk sollte sich zur Jahrhundertwende in einer Position zwischen Funktelegraf und Fernsprecher entwickeln. Vielleicht mußten die Rundfunkbetreiber so lange nach dem Verkaufskonzept suchen, das es möglich machte, immer mehr kontextlose Information direkt über den Äther abzusetzen.

Zur kabellosen Telegrafie.

Schon 1866 gelang es, Signale kabellos zu übertragen. Heinrich Hertz entdeckt und untersucht 1886 bis 1888 die elektromagnetischen Wellen und vor allem deren Ausbreitungseigenschaften. Marconi setzt in kurzer Zeit diese Erkenntnisse in praktische Ergebnisse um und bringt 1894 im elterlichen Garten bei Bolognia eine 3 km entfernte Klingel zum Läuten. Popow entwickelt in St. Petersburg 1895 den "Gewitterankündiger", einen Empfänger für elektromagnetische Wellen, mit dem er ein Jahr später über eine Distanz von 250m die Worte "Heinrich Hertz" überträgt. Marconis Experimente bringt die Antenne von Popow entscheidend weiter. Während Post und Militär auf schriftlichen Empfang per Morsezeichen bestehen, setzt Marconi bis 1905 endgültig den Ersatz der schreibenden Magnetnadel durch Kopfhörer durch. Adolf Slaby wohnte der Bristol- Kanal- Demonstration von Slaby bei und wiederholt das Experiment mit Graf von Arco kurze Zeit später. Marconi gründet 1897 die Marconi Wireless Telegraph Co. 1899 funkt er das erste Telegramm über den Ärmelkanal. 1899 berichtet er kabellos über eine Hochseeregatta für den "New York Herold". 1900 nimmt Marconis Gesellschaft die erste Großfunkstelle in Poldhu(Cornwall) in Betrieb. Von dort wird im Dezember 1901 die erste Information über den Atlantik, nach Neufundland gefunkt- ein Buchstabe "S"!
3 Jahre später überträgt Otto Nußbaumer in Graz kabellos Sprache und Musik über kurze Distanz.

Die erste Rundfunksendung?

Reginald Fessenden strahlt 1906 von seiner Station Brant Rock bei Boston die "erste Rundfunksendung" über die Distanz von 18km auf 100 kHz aus. Das Experiment hat jedoch nur einen Zuhörer, nämlich die Gegenstation. Parallel zu dieser spärlichen Suche nach neuen Anwendungen entwickelt sich die drahtlose Telegrafie als technische Grundlage für spätere Rundfunkanwendungen rasant weiter. Großfunkstellen wie die in Poldhu oder Nauen entstehen auf der ganzen Welt. Federführend in Sachen Funktechnik einerseits und Ausfüllung der drahtlosen Verbindungen mit "Informationsmenge" andererseits sind die USA, Großbritannien und Deutschland. Eine Art "kabellose Realität" als Vermischung von echter Katastrophennachricht an Betroffene und zu verkaufendem Livebericht einer Telegrafiegesellschaft stellte ein Telegramm der "Carpathia" von 1912 dar. Übertragen wurde eine Namensliste der Passagiere der Titanic, die von der "Carpathia" gerettet wurden. Neue Möglichkeiten einer kommerziellen Nutzung kristallisierten sich auch durch solche Vorgänge allmählich heraus.

Weitere Experimente

In Amerika und Europa wurde kurz vor dem 1. Weltkrieg durch die leistungsfähig gewordene Technik langsam mehr experimentiert. 2 Jahre vor dem Titanic- Untergang übertrug die "De Forest Radio Telephone Co." aus der New Yorker Metropolitan Opera "Cavalleria Rusticana" und "Bajazzo"mit E. Caruso. 1913 strahlten Raymond Braillard und Robert Goldschmidt aus dem königlichen Schloß von Laecken regelmäßige öffentliche Programme aus. Im zweiten Kriegsjahr entwickelt die Royal Airforce eine Radio für Flugzeuge. Der erste Weltkrieg bringt die Minimierung der Funkgeräte und deren Massenfertigung entscheidend voran. Im Krieg erfolgen weitere Experimente mit Programmformen, vermutlich auch, weil die zahlreichen militärischen Funkgeräte als potentielle Zuhörer eine neue Qualität darstellen. Lee De Forest (der Caruso ausstrahlte) beginnt 1915 nächtliche "Konzerte" von Schelllackplatten auszustrahlen, die er unterbricht, um Werbung zu machen. Ist da nicht schon das erste Programmformat?

Funkausstellungen...

1924 fand die erste Funkausstellung in Berlin statt und der Rummel der großen Radiohersteller um den Radioapparat nahm seinen Lauf. Es setzte eine Bastelbewegung ein, die der Industrie das Geschäft verdarb.1930 wurde UKW in Deutschland entwickelt, 1934 Kabelradio in Breslau getestet und 1936 verfügte die Reichsrundfunkgesellschaft über einheitliche Ü- Wagen, das bewegliche"Radio-Ohr" lieferte mit der kompletten Übertragung der Olympiade 1936 sein Debüt.

Radioindustrie

Das kleine und wirtschaftlich schwache Land Österreich, baut in den ersten Jahren des Rundfunks eine bemerkenswerte Radioindustrie auf und exportiert einen Grossteil der Produktion. Am Anfang war der Detektorempfänger. Ein Detektorempfäner war relativ einfach herzustellen, und der erfinderische Eifer der Radiobastler trug wesentlich zur explosiven Verbreitung des jungen Rundfunks bei.Die Elektronenröhre leitete nicht nur das Zeitalter der Elektronik ein, sondern revolutionierte auch die Funktechnik. Die Röhre konnte nämlich nicht nur als Detektor, sondern auch als Verstärker arbeiten.
1924bestehen in Österreich ein Dutzend bekannte kleine Radiofabriken. Nahezu alle Radiofabriken fabrizieren und verkaufen in den 20er Jahren auch Radio-Bauteile und Bausätze.


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Rundfunkgeschichte Steiermark




1941 wurde in Dobl-Oberberg die Sendeanlage Alpenland errichtet. Der 156 Meter hohe Sendemast ist das höchste Bauwerk der Steiermark und strahlte auf Mittelwelle aus. Seine Reichweite erstreckte sich bis an die Krim und nach Nordafrika. Nach dem Krieg übernahm der ORF die Anlage. Nach Einstellung des Sendebetriebes im Jahre 1982 erwarb die Gemeinde Dobl 1988 das nicht 11,8 ha große Areal und sah sich vorerst erheblichen Auflagen und Nutzungs- beschränkungen gegenüber. Im denkmalgeschützten Gebäudekomplex wurde 1995 das Privatradio Antenne Steiermark untergebracht, der einerseits dem historisch-technischen Ambiente gerecht wird und andererseits neue Impulse setzt.

1931 852kHz 352m 9,5kW Graz RAVAG
1947 886kHz 338,6m 100kW Graz "Alpenland" (Dobl) (Britisch
1954 584kHz 25kW Graz II
1025kHz 100kW Graz Dobl
1394kHz 15kW Graz I
1971 1025 kHz 100kW Graz Dobl
1394 kHz 25kW Graz St.Peter


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Pioniere der Radiogeschichte




Die erstmalige drahtlose Übertragung von Musik und der menschlichen Stimme geschah nicht in New York oder Chicago, sondern am 15. Juni 1904 im Institut für Physik an der Technischen Hochschule in der Grazer Rechbauerstraße. Dort, im Gebäude der "alten Technik", erinnert noch heute eine Gedenktafel an diese Pioniertat. Otto Nußbaumer, damals Konstrukteur am Institut für Physik, sang in diesem historischen Versuch unter anderem die Landeshymne der Steiermark, das Dachsteinlied. Die Anekdote überliefert der Ordinarius des Institutes und Nußbaumers Mentor, Albert von Ettingshausen. Im Dezember 1901 war es dem Funkpionier Gulielmo Marconi gelungen, erstmals einfache Signale von Europa aus über den Atlantik zu senden. 1902 begann Nußbaumer - Sohn eines Bahnhofsvorstandes und dadurch schon als Kind in der Telegraphie geschult -, sich intensiv mit der drahtlosen Telegraphie auseinanderzusetzen. Auch Forscher wie Adolf Slaby in Berlin-Charlottenburg oder Karl Ferdinand Braun in Tübingen beschäftigten sich mit der Problematik. Aber Otto Nußbaumer war es vorbehalten, die gewissermaßen in der Luft liegenden Ansätze so weiterzuentwickeln, daß er nicht nur einfache Signale, sondern nach zweijähriger Beschäftigung mit der Thematik richtiggehend Sprache und Musik übertragen konnte. Möglich wurde die "Radiopremiere" in Graz, weil Nußbaumer nach einer Reihe von Versuchen einen funktionstüchtigen Kohärer entwickelte, einen Gleichrichter, der imstande war, die gesendeten Signale aufzunehmen und in Schallwellen umzuwandeln. Doch auch nach dem Erfolg des Experimentes schien weder für Nußbaumer noch für von Ettingshausen in vollem Ausmaß klar gewesen zu sein, welche technische Revolution da stattgefunden hatte. Trotz Interesses von Seiten etwa der deutschen Telefunken-Gesellschaft an Nußbaumers Erfindung, waren mit dem Experiment am 15. Juni 1904 die Radio Days von Graz für längere Zeit auch schon wieder passé. Dafür erhielten 1909 Marconi und Braun den Nobelpreis für Ihre Arbeiten zur drahtlosen Telegraphie. Erst 1929 wurde Nußbaumers Pioniertat mit einer großen Zahl von Veranstaltungen und Ehrungen gewürdigt. Otto Nußbaumer starb am 5. Jänner 1930 .
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Robert von Lieben (1878 - 1913)in Wien geboren, war bestrebt, Telefongespräche besser hörbar zu machen. Am 4.3.1906 konnte er das erste Patent auf eine Glühkathodenverstärkerröhre mit drei Elektroden anmelden. Sie war zunächst für Zwecke der Niederfrequenzverstärkung gedacht.Ab 1.3.1912 wurden die ersten Verstärkerröhren bei der Firma AEG in Berlin gefertigt - die sogenannten Liebenröhren.
1913 baute der deutsche Radiopionier Alexander Meissner den ersten Röhrensender für Telefonie mit Liebenröhren.

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Nikola Tesla (1856 - 1943) galt zur Jahrhundertwende als einer der größten Erfinder der Welt. Er zählt heute neben Werner von Siemens und Thomas Alva Edison zu den Pionieren der Elektrotechnik. Mehr als 700 Patente gingen auf Entwicklungen des Alt-Österreichers zurück. Zu den wichtigsten Arbeitsgebieten Teslas gehörten Erzeugung, Verteilung und Nutzung des Wechselstromes, die Hochspannungs- und Hochfrequenztechnik sowie das Gebiet der drahtlosen Energieübertragung einschließlich der Signalübertragung und Funksteuerung. In all diesen Bereichen gelangen Tesla bahnbrechende Erfindungen. Das technische Fachwissen erwarb sich der Hochbegabte als Student der Technischen Hochschule in Graz, die er von 1875 bis 1878 besuchte, bevor ihn sein technisches Talent in die Neue Welt rief.





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Vom 11.8.2001 bis 28.10.2001 fand in Eibiswald eine große Ausstellung unter dem Motto "R@diogeschichte" statt. Hier einige Impressionen.



...die Eröffnung

...einige schöne Uraltgeräte aus den 20ern

...mit Trichterlautsprecher und Rahmenantennen

der legendäre OE333 (mit der ersten integrierten Schaltung) 1926

einige wunderschöne Röhren

Senderröhren und Technik

der berühmte Volksempfänger in seinen Varianten

...auch Mil-Geräte waren darunter

...fielddays der Funkamateure




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