Guter Klang aus Frauenhänden.

Ein Artikel aus einer (unbekannten) Zeitung. Reportage Peter J.Schriefl. (bearbeitet 11/2002 von Hans-Peter Traußnigg)



Wer wert darauf legt, kann mit Hilfe der Statistik nachweisen, dass wir in einem "Radio-Portable-Zeitalter" leben. Wurden vor Jahren noch Radionetzempfänger hergestellt; liegt heute der Schwerpunkt eindeutig bei Portable-Geräten. Mit der zunehmenden technischen Verbesserung, Rationalisierung während der Produktion und dem Einsatz von Transistoren begann der Siegeszug. Ein Siegeszug an dem auch ein Betrieb in der Steiermark hervorragenden Anteil hat. Die HEA- Werke in Graz- Gösting erzeugen täglich rund 100 Stück " Trixi 2000", für höchste Ansprüche und für verwöhnte Ohren. Ein Gerät, das täglich sechs Stunden gespielt werden kann und trotzdem pro Jahr nur zehn Schilling Stromkosten verursacht. Ein Gerät, das natürlich auch mit Batterien betrieben werden kann, und ein Gerät, das auch im Auto klaglos seine Funktion erfüllt - vorausgesetzt die Antenne ist in Ordnung. Neben dem Portable "Trixi 2000" werden noch Teile für Stereoanlagen, Lautsprecherboxen und Verstärkeranlagen hergestellt. Dazu kommt noch die Produktion von piezo-elektronischen Kristallen, die ausschließlich exportiert werden. Kunden sind dafür Telefunken, skandinavische Fabriken und eine Firma in Warschau. Die HEA- Werke feiern nächstes Jahr, ihr 25jähriges Firmenjubiläum, eine stolze Zahl, wenn man bedenkt, dass es 1938 vierzehn Firmen in Österreich gab, die sich mit der Radioerzeugung befassten. 1970 waren es nur mehr drei Firmen, HEA zählt unter den Portable- Erzeugern in Osterreich als absolute Spitze. Nicht nur in bezug auf Quantität, auch auf Qualität und auf die Preisgestaltung. Dem Kartellverband gehört die HEA- Radioindustrie nicht an. Daher ist auch die Händlerspanne niedriger als bei sonstigen Fabrikaten. Vielleicht ist deshalb diese Marke nicht so sehr zum Durchbruch gelangt wie einige andere, die in größeren Stückzahlen verkauft werden. Jedenfalls hat HEA staatliche Auszeichnungen für Form und Qualität. Auf der größten Design-Messe in Europa, der Triennale in Mailand, hat die Firma zweimal ausgestellt, obwohl die Exponate zuerst von einer österreichischen Jury und anschließend von einer italienischen Jury "gesiebt" wurden. Auf der Triennale auszustellen, bedeutet Weltspitzenproduktion zu produzieren. Die internationalen Erfolge von HEA Lieferungen in die klassischen Länder der Tontechnik, wie etwa Schweden, Dänemark, Norwegen, Finnland, in die Schweiz und nach Westdeutschland (1970 um sieben Millionen Schilling exportiert), beweisen, dass in der 'Steiermark auch Qualitätsprodukte auf dem Sektor der Radioindustrie erzeugt werden. Waren es am 1. November 1967 - 22 Beschäftigte, so stehen heute in Graz Gösting im HEA- Werk 69 Mitarbeiter auf, den Lohnlisten. Ingenieur Friedrich Houben - er erhielt für seine Verdienste den Kommerzialrat verliehen - hatte schon seit jeher Mut zum Experiment. Vor zwei Jahren hat das Werk in Wien ein eigenes Versuchslabor für Stereo- Verstärker und Stereo-Tuner in Betrieb genommen. Das Geschäft blüht nun. Ebenso war es mit der Spezialisierung. HEA ausschließlich transistorisierte Empfangsgeräte. Ein Geheimnis des Erfolges ,von KR Houben war es wohl, ständig ein Bisschen vorauszusein und das richtige zu tun. Durch einen frühzeitigen Entschluss hat sich die HEA (Houben Elektro Akustik) den Bereich von Transistorgeräten mit eingebautem Netzanschluss gesichert. HEA war die erste Firma in Österreich und in Deutschland, die derartige Geräte herstellte. Ebenso eigenartig ist es, dass der ansonsten herrschaftliche Österreichische Rundfunk den HEA-Werken die Namensgebung für ein Autoradio erlaubte. ,,Ö3" ein Autosuper für den UKW-Rundfunk gebaut. Wer kann schon Ö3 auf einem "Ö3" - Radio hören. Nur die Besitzer von HEA- Geräten. Das Unternehmen war vom Anfang an nicht nur um technische Perfektionierung bemüht - wie sonst könnte es gegen die Konkurrenz aus dem Fernen Osten bestehen - sondern legte auch besonderen Wert auf die Formschönheit seiner Geräte. Als eine der ersten Radiofirmen zog die HEA daher Industriedesigner heran, um ihren Erzeugnissen auch äußerIich "ein Gesicht" zu geben. Das Institut für Formgebung hat dieses Bemühen mit einer Reihe von Auszeichnungen gewürdigt. HEA muß - trotz der beachtlichen Erfolge wiederum seinen Namen "aufbauen". War die österreichische Radioindustrie vor 1938 aller Welt sehr bekannt, so wurde nach dem Krieg der Export total vernachlässigt. Heute kämpft HEA um das verlorengegangene Prestige. Der Kampf ist erfolgreich, das beweisen die Auslandsaufträge. Wie vielseitig ein Spitzen- Portable- Empfänger sein kann, zeigt das neueste Erzeugnis der HEA- Werke , "Trixi 3000 Stereo". Ein Gerät, das zum Großteil in Graz- Gösting gefertigt wird. Von steirischen Frauen und Mädchen. Bekanntlich kommt doch der Frau in der Radioindustrie eine dominierende Rolle zu. Spezielle Arbeitsgänge, die Ausdauer und Präzision, auch in der Wiederkehr immer gleiche aber höchste wichtige Handgriffe verlangen, können offenbar nur von der Mitarbeiterin optimal bewältigt werden. In der österreichischen Testzeitschrift "Konsument Nr. 7/70" wurden die HEA- Trixi- Kofferradio in der technischen Bewertung und in der Gesamtwertung (Technik und Preis) jeweils an die erste Stelle - gegenüber härtester ausländischer Konkurrenz - gestellt. Ebenso dominiert HEA bei der Gesamtwertung bei den Großgeräten. Die Großgeräte haben eine Frontfläche über 550 Quadratzentimeter gegenüber den Koffergeräten mit rund 250 Quadratzentimeter Frontfläche. Einen wichtigen Platz in der, Entwicklung von HEA nahm und nimmt der Exportsektor ein. Nicht nur in den Nicht nur in den angeführten europäischen Staaten, sondern auch in etlichen Überseeländern hören die Menschen Rundfunksendungen mit HEA- Geräten. Diese internationalen Erfolge können zweifellos als ein Prestigegewinn der gesamten österreichischen Industrie verbucht werden, die einmal mehr bewiesen hat, dass sie auch mit den "Großen" Schritt halten vermag. HEA- ein Produkt für die Welt, made in Styria - international ausgezeichnet.




Auszeichnung

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Bemerkung von Hans-Peter Traußnigg:
Ein Artikel in einer (möglicherweise) steirischen Tageszeitung unter einer Rubrik "Aus der Heimat". Vermutlich um 1974 - denn wie oben zu lesen ....HEA- Werke feiern nächstes Jahr, ihr 25jähriges Firmenjubiläum...



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